Besserer Innovationsschutz in China

In der Ausgabe vom 21. Juni 2018 schreibt NZZ-China-Korrespondent Matthias Müller, dass gemäss Angaben der Europäischen Handelskammer 34% der Firmen an, dass die Vollstreckung bestehender Gesetze und Regulierung zum Schutz geistigen Eigentums ausreichend oder gar exzellent sei. Dennoch ist nicht alles Gold, was glänzt, denn es beklagen sich 29% der befragten Unternehmen, ihnen sei «signifikanter Schaden» durch Verstösse gegen bestehende Gesetze entstanden. Chinas Regierung hat in den vergangenen Monaten diverse Male betont, wie wichtig ihr der Schutz geistigen Eigentums sei. Im Zuge der Massnahmen wurden in Guangzhou, Peking und Schanghai Gerichte installiert, die für Klagen in diesem Bereich zuständig sind. Solche Beispiele zeigen, dass es sich nicht um Lippenbekenntnisse handelt, denn bei den technologisch aufstrebenden chinesischen Firmen wächst der Wunsch, dass ihre Patente besser geschützt werden, um einen bestehenden Wettbewerbsvorteil zu sichern. Allerdings fällt es den chinesischen Machthabern trotz gutem Willen schwer, mit der Entwicklung Schritt zu halten. So mangelt es auf juristischer Ebene an einer intakten Infrastruktur sowie Personal, um die bestehenden Gesetze durchzusetzen. Die Justiz ist überfordert: 2017 gab es 216 000 Klagen wegen Verstössen gegen bestehende Regeln zum Schutz des geistigen Eigentums, 3% davon stammten von ausländischen Firmen.

Ueli Grüter, LL.M., Rechtsanwalt, Hochschuldozent, www.gsplaw.ch www.hslu.ch
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